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Kompass fürs neue Jahr

12. Januar 2023

Neues Jahr gleich gute Vorsätze? Aktuell ist das Thema naturgemäss in aller Munde. In sozialen Netzwerken und in den Medien werden viele Tipps und Tricks zur Umsetzung guter Vorsätze gegeben. Im Sinne von Dos and Don’ts.

 

Das neue Jahr ist noch jung, doch viele Vorsätze, die wir zum Jahreswechsel in fröhlicher, geselliger Runde gefasst haben, wackeln schon wieder oder wurden bereits stillschweigend beiseitegelegt.

Woran liegt das? Ist das Ziel zu hoch, nicht attraktiv genug oder ist es gar nicht unser eigenes Ziel, sondern das eines anderen Menschen? Oder liegt es vielleicht an unserer mangelnden Willenskraft?

 

Erklärungen gibt es viele… Tatsache ist, dass wir Menschen zukunftsorientierte Wesen sind. Martin Seligman spricht vom homo prospectus. Dies bedeutet, dass wir Menschen von der Zukunft angezogen und nicht von der Vergangenheit getrieben werden.

Auch als Coach habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Frage «Wozu?» für Klient:innen hilfreicher ist als die Frage «Warum?». Ziele geben uns Orientierung. Schon Seneca erkannte «Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.“

So schauen wir gerne nach vorne und fassen gute Vorsätze bei einem Neubeginn. Sei es eben zu Beginn eines neuen Jahres, Schuljahres oder aber auch oft zum Wochen- oder Monatsbeginn (Milkman, 2014).

Diese Ziele/Vorsätze ermöglichen uns Zukunftsaussichten, fördern Optimismus, Zuversicht, Hoffnung und dienen als Orientierung für unser tägliches Handeln.

 

Ziele haben jedoch auch einen Haken. Insbesondere das „m“ von einem smart formulierten persönlichen Ziel. Das Messbare ist sozusagen unser Tachometer. Nähern wir uns dem Ziel an, fühlen wir uns beflügelt. Entfernen wir uns davon, fühlen wir uns unwohl, nicht gut, nicht effizient, nicht erfolgreich genug usw. Es entsteht Druck.

So kann die gute und sinnvolle Messbarkeit eines Ziels sowohl positiv als auch hindernd wirken. Eine Zwickmühle, wenn es um unsere persönlichen Ziele geht.

 

Ein neuer Ansatz

Als eine mögliche Alternative schlägt Dr. Daniela Blickhan ein „Jahresmotto als Kompass“ vor. Darunter versteht sie ein Grundthema, ein Prinzip, einen Wert, den man verwirklichen möchte (nicht erreichen muss!). Ein solches Thema könnte sein:Gesundheit

  • Freude
  • Klarheit
  • Fokus
  • Zufriedenheit

 

(Im Gegensatz zum Deutschen gibt es übrigens im Englischen wunderbare Wörter, die sowohl den Prozess als auch den Wert beschreiben: Love, clear, calm, play.)

Ein Thema oder Motto gibt uns die wichtige Orientierung – vergleichbar mit einem Kompass, der uns die angestrebte Richtung aufzeigt, ohne irgendwelche Messungen vorzunehmen. Dies fühlt sich wesentlich leichter und freudiger an.

Ein Jahresmotto kann somit wunderbar den Hintergrund bilden, um uns ein Grundgefühl für einen Zeitabschnitt unseres Lebens zu vermitteln.

In diesem Sinne kann ein Motto eine wertvolle Grundlage für unsere vielen kleinen Alltags-Entscheidungen werden. Damit haben wir die Chance, neue gewünschte Gewohnheiten ohne selbstgemachten Druck aufzubauen. Das verleiht uns Rückenwind und wir fühlen uns leicht und beschwingt.

 

Vielleicht haben auch Sie Lust, ein persönliches Motto für 2023 zu bestimmen?

Dazu lade ich Sie herzlich ein und wünsche viel Freude beim Aufbau neuer Gewohnheiten.

Ihre
Gabriela Heller